Was ein Bitcoin Casino ist
Ein Bitcoin Casino nimmt Bitcoin für Einzahlung und Auszahlung an. In der Kasse steht Bitcoin oft in derselben Auswahl wie Karte, Banküberweisung und E-Wallets, mitunter neben weiteren Coins wie Ethereum, Litecoin oder USDT. Wer dort spielt, kann also bei der Einzahlung wählen, ob er Euro oder Bitcoin schickt.
Anders als bei einer Zahlung in Euro sendet der Spieler bei Bitcoin den Betrag selbst aus seiner Wallet an eine Adresse des Casinos, und die Blockchain hält diesen Vorgang fest. Eine Bank oder eine andere zentrale Stelle, die eine Zahlung zurückholen oder einen Fehler rückgängig machen könnte, gibt es dabei nicht. Ist eine Bitcoin-Zahlung gesendet, lässt sie sich nicht zurückbuchen; das Geld kommt nur wieder, wenn der Empfänger es von sich aus zurückschickt.
Jede Zahlung, auch die Einzahlung ins Casino und die Auszahlung von dort, bleibt dauerhaft in der Blockchain gespeichert und ist für alle sichtbar. Wer eine Adresse kennt, kann ihr Guthaben und alle ihre Bewegungen nachsehen. Einen Namen trägt die Adresse nicht: Wer dahinter steht, bleibt unbekannt, bis Angaben zu dieser Person bekannt werden, etwa beim Kauf der Coins. Ab dann lassen sich auch die früheren Zahlungen dieser Adresse der Person zuordnen, denn gelöscht wird in der Blockchain nichts.
So funktioniert die Einzahlung mit Bitcoin
Den größten Teil der Einzahlung in ein Bitcoin Casino erledigt der Spieler in seiner eigenen Wallet. Das Casino liefert nur die Adresse und schreibt das Geld gut, sobald die Zahlung die nötigen Bestätigungen im Netz hat.
- In der Kasse Bitcoin wählen. Das Casino zeigt die Adresse für die Einzahlung und den passenden QR-Code.
- Die Adresse in der Wallet einfügen, abtippen oder den QR-Code scannen.
- Prüfen, dass die Wallet im selben Netzwerk sendet, zu dem die Adresse gehört.
- Die Gebühr festlegen und den Betrag senden.
- Auf die Bestätigungen warten. Danach erscheint das Geld im Spielerkonto.
Bestätigungen: wo die Zeit vergeht
Gesendet ist die Zahlung sofort, gebucht ist sie damit noch nicht. Bis das Netz sie in einen Block aufnimmt, gilt sie als unbestätigt. Im Mittel hängt das Bitcoin-Netz ungefähr alle 10 Minuten einen neuen Block an die Blockchain. Der Block, der die Zahlung aufnimmt, ist ihre erste Bestätigung, und jeder weitere Block bringt eine weitere. Die 10 Minuten sind nur ein Durchschnitt: Eine einzelne Bestätigung kann deutlich früher oder deutlich später eintreffen, eine Mindest- oder Höchstdauer garantiert das Netz nicht.
Das Casino wartet, weil eine Zahlung ohne jede Bestätigung für den Empfänger nur dann sicher ist, wenn er dem Zahlenden vertraut. Wie viele Bestätigungen es verlangt, legt jedes Casino selbst fest. Das Bitcoin Project rät in seinem Leitfaden für Entwickler allen, die hohe Beträge annehmen oder mit Betrug rechnen müssen, mindestens sechs Bestätigungen abzuwarten. Verlangt ein Casino sechs, sind das bei 10 Minuten je Block im Mittel rund eine Stunde, im Einzelfall auch deutlich mehr oder weniger.
Gebühr: wann eine Zahlung festhängt
Eine feste Gebühr hat Bitcoin nicht. Der Sender legt sie selbst fest, bei der Einzahlung also der Spieler in seiner Wallet. Wer mehr zahlt, wird meist schneller bestätigt, vor allem wenn das Netz ausgelastet ist. Ist die Gebühr zu knapp, bleibt die Zahlung unbestätigt liegen, im ungünstigen Fall wird sie nie bestätigt, und das Casino schreibt nichts gut. Weil sich die passende Gebühr laufend ändert, prüft man den Vorschlag der Wallet direkt vor dem Senden.
Hängt eine Zahlung fest, gibt es zwei Auswege. Wurde sie mit Replace-by-Fee (RBF) erstellt, lässt sie sich durch eine neue Fassung mit höherer Gebühr ersetzen. Andernfalls hilft Child Pays for Parent (CPFP): Wer über einen ihrer Ausgänge verfügt, gibt diesen Betrag in einer neuen Zahlung mit hoher Gebühr weiter und hebt so die wirksame Gebühr beider Zahlungen an. Bei einer Einzahlung kann das der Spieler selbst, wenn die festhängende Zahlung Wechselgeld an seine eigene Wallet zurückschickt. Ob die eigene Wallet Zahlungen mit RBF erstellt, prüft man am besten vor dem Senden.
Adresse und Netzwerk: wo ein Fehler endgültig ist
Gegen Tippfehler schützt Bitcoin selbst. Jede Bitcoin-Adresse enthält eine Prüfsumme, an der die Wallet eine vertippte Adresse als ungültig erkennt, und eine Zahlung an eine ungültige Adresse kommt in aller Regel gar nicht erst zustande. Gegen eine gültige, aber falsche Adresse schützt dagegen nichts; das Geld geht dann an deren Besitzer. Die Adresse kommt deshalb jedes Mal aus der Anzeige zum Einzahlen in der Kasse des Casinos und nie aus dem Verlauf früherer Zahlungen in der Wallet.
Dazu muss die Adresse in dem Netzwerk liegen, aus dem gesendet wird. Geht Geld an eine Adresse in einem Netzwerk, das die Währung nicht unterstützt, kann es verloren sein, und rückgängig machen lässt sich das nicht. Bei Bitcoin betrifft das vor allem Wallets und Kassen, die mehrere Coins und Netzwerke nebeneinander führen.
Einzahlung über Lightning
Bietet ein Casino Lightning an, läuft die Einzahlung anders. Das Lightning Network ist eine zweite Ebene über Bitcoin: Zahlungen laufen über Kanäle zwischen den Beteiligten, die in der Bitcoin-Blockchain verankert sind, und kommen nahezu sofort und zu geringen Kosten an. Statt einer Adresse zeigt die Kasse eine Rechnung, die das Casino ausstellt und deren Gültigkeit zeitlich begrenzt sein kann. Bezahlt wird diese Rechnung aus einer Wallet, die Lightning unterstützt, und die Zahlung wird entweder vollständig ausgeführt oder scheitert vollständig. Das Warten auf mehrere Blöcke entfällt damit.
Wie die Auszahlung mit Bitcoin abläuft
Bei der Bitcoin Casino Auszahlung sind die Rollen vertauscht: Das Casino sendet, der Spieler empfängt. Bis das Geld in der eigenen Wallet steht, vergeht Zeit an zwei Stellen nacheinander, zuerst im Casino und danach im Netz.
Im Casino muss die Auszahlung zuerst freigegeben werden. Wie lange es bis dahin dauert, hängt nach den Bedingungen eines Casinos von der Zahlungsmethode und vom Stand der Verifizierung ab. Bei mehreren Casinos ist vor einer Auszahlung die vollständige Identitätsprüfung Pflicht, ganz gleich, wie hoch der Betrag ist. Wer seine Unterlagen erst mit dem ersten Antrag einreicht, wartet dann zusätzlich auf diese Prüfung. Die Bedingungen können außerdem festlegen, dass über denselben Weg ausgezahlt wird, über den das Geld kam, soweit dieser Weg dafür möglich ist; wer mit Bitcoin eingezahlt hat, bekommt dann auch Bitcoin zurück.
Hat das Casino die Auszahlung freigegeben und gesendet, beginnt der Weg durchs Netz, und er folgt denselben Regeln wie bei der Einzahlung. Die Zahlung ist unbestätigt, bis ein Block sie aufnimmt, und wie lange das dauert, hängt von der Gebühr und von der Auslastung des Netzes ab. Die Gebühr wählt jetzt das Casino als Sender. Hängt die Auszahlung wegen einer knappen Gebühr fest, kann der Spieler sie mit CPFP aus der eigenen Wallet anschieben, sofern die Wallet das kann, denn als Empfänger verfügt er über einen ihrer Ausgänge. Zur Bearbeitungszeit eines Casinos kommt also immer noch die Bestätigung im Netz hinzu.
Die Adresse für die Auszahlung kommt aus der eigenen Wallet, und zwar aus der Ansicht zum Empfangen, die Adresse und QR-Code des eigenen Kontos zeigt. Der Verlauf früherer Zahlungen ist dafür die falsche Quelle, denn dort steht auch die Adresse des Casinos aus der letzten Einzahlung. Eine Auszahlung an eine gültige, aber fremde Adresse holt niemand zurück.
Kurs und Gebühren: was mit dem Geld passiert
Zwischen Einzahlung und Auszahlung kann sich der Wert des Geldes in Euro ändern, auch ohne einen einzigen Einsatz. Der Preis eines Bitcoin kann in kurzer Zeit unvorhersehbar steigen oder fallen, und was das für das eigene Geld bedeutet, hängt davon ab, worin das Casino das Guthaben führt.
Guthaben in Bitcoin oder in Euro
Ein Casino kann das Spielerkonto in Bitcoin oder in einer kleineren Einheit führen; eines bietet bei der Registrierung etwa µBTC neben Euro und US-Dollar als Kontowährung an. Andere Casinos rechnen eine Einzahlung in Kryptowährung zum Kurs im Zeitpunkt der Zahlung in Euro um und schreiben Euro gut. Nach den Bedingungen eines Casinos können Ein- und Auszahlungen in Kryptowährung laufen, während Einsätze in Kryptowährung unter Umständen nicht erlaubt sind; gespielt wird dann mit Euro, auch wenn das Geld als Bitcoin kam. Welche der beiden Arten gilt, steht in der Kasse oder bei der Wahl der Kontowährung.
| Guthaben geführt in | Wann der Kurs zählt | Folge einer Kursschwankung |
|---|---|---|
| Bitcoin oder µBTC | durchgehend, solange das Geld in Bitcoin bleibt | Der Euro-Wert des Guthabens steigt oder fällt mit dem Kurs, auch während des Spiels. |
| Euro | bei der Einzahlung und bei der Auszahlung | Das Guthaben bleibt in Euro gleich; bei der Auszahlung bestimmt der Kurs, wie viele Bitcoin es ergibt. |
Bei einem Guthaben in Euro trägt der Spieler das Kursrisiko also nur bis zur Einzahlung und ab der Auszahlung. Ist der Kurs in der Zwischenzeit gestiegen, ergeben dieselben Euro ohne Gewinn oder Verlust im Spiel weniger Bitcoin, als er eingezahlt hat. Bei einem Guthaben in Bitcoin bekommt er ohne Gewinn oder Verlust genau so viele Bitcoin zurück, wie er eingezahlt hat; deren Wert in Euro ist aber in derselben Zeit mit dem Kurs gestiegen oder gefallen.
Welche Gebühren anfallen
Die Netzwerkgebühr ist ein kleiner Betrag in Bitcoin, den der Sender den Minern zahlt, damit sie seine Transaktion in einen Block aufnehmen. Sie richtet sich nach der Größe der Transaktion in Bytes und nach der Nachfrage im Netz im Moment des Sendens. Wie viel Bitcoin eine Transaktion bewegt, ändert ihre Größe nicht, und deshalb trifft die Gebühr kleine Beträge anteilig stärker. Angenommen, die Netzwerkgebühr entspricht beim Senden 2 Euro: Bei einer Einzahlung von 20 Euro sind das 10 Prozent, bei 200 Euro nur 1 Prozent.
Von der Netzwerkgebühr getrennt sind die Kosten beim Casino und an der Börse. Ob ein Casino für Bitcoin-Zahlungen eine eigene Gebühr verlangt, regeln seine Bedingungen; ein Casino verzichtet darin etwa ausdrücklich darauf, wenn in BTC ein- oder ausgezahlt wird. An der Börse kostet schon der Wechsel zwischen Euro und Bitcoin.
| Kosten | Wer sie verlangt | Wonach sie sich richtet |
|---|---|---|
| Netzwerkgebühr | Miner, die Höhe wählt der Sender | Größe der Transaktion in Bytes, Nachfrage im Netz |
| Gebühr des Casinos | Casino | eigene Bedingungen, kann ganz entfallen |
| Gebühr für Kauf und Verkauf | Börse | Anteil am Betrag |
| Spread | Börse, im angezeigten Preis enthalten | Abstand zwischen Marktkurs und dem Kurs für den Kunden |
| Gebühr für das Senden von der Börse | Börse | Kosten der Transaktion im Netz |
Wer mit Euro startet und am Ende wieder Euro haben möchte, zahlt den Weg an der Börse doppelt: beim Kauf der Bitcoin und beim Verkauf, jeweils mit Gebühr und Spread. Schickt er die Coins von der Börse direkt in die Kasse, zahlt er statt einer selbst gewählten Netzwerkgebühr die Gebühr der Börse für das Senden, die die Kosten der Transaktion deckt. Der Umweg über die eigene Wallet kostet eine Zahlung mehr: erst die Gebühr der Börse, dann die Netzwerkgebühr beim Senden ins Casino.
Für wen sich Bitcoin im Casino eignet
Ob die eigenen Bitcoin Casino Erfahrungen gut ausfallen, hängt auch an Aufgaben, die bei einer Zahlung in Euro gar nicht anfallen. Bitcoin passt deshalb zu Spielern, die vier Dinge mitbringen:
- Eine eigene Wallet, die sie selbst sichern. Die Wallet zu sichern und die Daten zu ihrer Wiederherstellung geheim zu halten, nimmt dem Besitzer niemand ab.
- Sorgfalt bei Adresse und Gebühr. Bei jeder Einzahlung überträgt der Spieler die Adresse und wählt die Gebühr selbst; eine falsche Adresse lässt sich nicht beheben, eine zu knappe Gebühr hält die Zahlung fest.
- Geduld bis zur Bestätigung. Wie lange das Netz braucht, sagt vorher niemand verbindlich.
- Die Bereitschaft, Kursschwankungen zu tragen. Solange das Geld in Bitcoin liegt, steigt oder fällt sein Wert in Euro mit.
Wer im Online Casino Bitcoin in kleinen Beträgen und häufig einzahlt, zahlt die Netzwerkgebühr jedes Mal neu und gemessen am Betrag mehr als jemand, der selten eine größere Summe schickt. Bitcoin eignet sich deshalb eher für seltene, größere Einzahlungen als für viele kleine.
Wer keine eigene Wallet führt und seine Coins bei einer Börse liegen lässt, um von dort einzuzahlen, ist darauf angewiesen, dass die Börse die Coins sichert und Auszahlungen ausführt. Die Sorge um die Sicherung gibt er damit ab, die Abhängigkeit von der Börse kommt dafür hinzu.
Alternativen zu Bitcoin
Drei Dinge können an Bitcoin stören: Gebühr und Wartezeit, Kursschwankungen und eine fehlende Wallet. Die naheliegenden Alternativen setzen an unterschiedlichen Stellen an.
| Alternative | Was sie gegenüber Bitcoin ändert | Was bleibt |
|---|---|---|
| Lightning | Zahlung nahezu sofort und zu geringen Kosten | nur nutzbar, wenn Casino und Wallet Lightning unterstützen; Kursschwankungen von Bitcoin |
| Litecoin | Netz ausgelegt auf 2,5 Minuten zwischen zwei Blöcken statt rund 10 bei Bitcoin | eigene Wallet, eigenes Netzwerk, Kursschwankungen |
| USDT | Wert soll dem US-Dollar folgen | Bezugspunkt ist der Dollar, nicht der Euro; derselbe Coin auf mehreren Netzwerken |
| Euro per Karte oder Überweisung | keine Wallet nötig, Guthaben ohne Kursschwankung | wer Bitcoin besitzt, verkauft sie vorher an der Börse, mit Gebühr und Spread |
Wer bei Bitcoin bleiben und nur Gebühr und Wartezeit loswerden möchte, kommt mit Lightning am weitesten, sofern das Casino es führt. Litecoin setzt ebenfalls bei der Wartezeit an, weil ein Block dort ein Viertel so lange dauern soll wie bei Bitcoin, verlangt aber dieselbe Sorgfalt mit Wallet, Adresse und Netzwerk. Wer vor allem die Kursschwankung meiden will, nimmt einen Stablecoin wie USDT; wer in Euro rechnet, hat damit allerdings den Dollar als Maßstab, und der Euro-Wert bewegt sich mit dem Wechselkurs zwischen beiden.
Bei USDT wird die Wahl des Netzwerks zur eigenen Fehlerquelle. Denselben Coin gibt es als Token auf mehreren Blockchains, darunter Ethereum, Solana und Tron. In der Kasse eines Casinos wählt man für USDT zwischen ERC20, TRC20 und BEP20, also USDT auf Ethereum, Tron oder BNB Smart Chain, und im gewählten Netzwerk nimmt sie nur Adressen dieses Formats an. Eine Adresse auf Ethereum sieht allerdings genauso aus wie eine auf BNB Smart Chain, eine Verwechslung dieser beiden fällt also an der Adresse nicht auf. Adresse und Netzwerk müssen deshalb noch genauer zusammenpassen als bei Bitcoin, sonst kann das Geld verloren sein.
Fehlt die Wallet ganz, bleibt die Zahlung in Euro. Oft steht sie in derselben Kasse wie Bitcoin, für die Einzahlung wie für die Auszahlung; für Karte oder Überweisung muss dann niemand das Casino wechseln.
Häufige Fragen zum Bitcoin Casino
Was bedeuten mBTC, µBTC und Satoshi?
Es sind kleinere Einheiten von Bitcoin, in denen Wallets und manche Kassen Beträge anzeigen. Ein mBTC ist ein Tausendstel Bitcoin, also 0,001 BTC, ein µBTC ein Millionstel, also 0,000001 BTC. Die kleinste Einheit, die die Blockchain verbucht, ist der Satoshi: Ein Bitcoin entspricht 100.000.000 Satoshis.
Was passiert, wenn eine Lightning-Rechnung abläuft?
Eine Rechnung mit begrenzter Gültigkeit lässt sich nach Ablauf der Frist nicht mehr bezahlen. Weil eine Zahlung über Lightning nur vollständig oder gar nicht ausgeführt wird, bleibt dabei kein Betrag halb unterwegs. Für eine neue Einzahlung stellt das Casino eine neue Rechnung aus.